Einbrüche in Firmen: Unterschiedliche regionale Entwicklung

Jedes Jahr werden mehrere Zehnhausend Einbrüche und Einbruchdiebstähle in Firmengebäuden und -räumen wie Büros, Fertigungs- oder Lagerhallen bei der Polizei angezeigt. Auch wenn die Anzahl dieser Straftaten deutschlandweit seit acht Jahren rückläufig ist, ist dieser positive Trend nicht bei allen Bundesländern zu beobachten. Sechs der 16 Bundesländer hatten in 2019 gegenüber dem Vorjahr diesbezüglich steigende Deliktzahlen. Die Statistik zeigt auch, wie viele Einbrüche scheitern.

Letztes Jahr gab es laut der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik 2019 (PKS 2019) des Bundeskriminalamtes (BKA) 60.551 polizeilich registrierte Einbruch-Diebstähle in Betriebsgebäuden und -räumen wie Büros, Werkstätten, Fabrikations- oder Lagerhallen. Damit ist die Anzahl dieser Delikte seit acht Jahren rückläufig.

Im Vergleich zu 2018 sind zwar die Einbruch-Diebstähle in Firmenimmobilien um 4,1 Prozent zurückgegangen, allerdings gab es 2019 gegenüber dem Vorjahr nicht in jedem Bundesland einen Rückgang. Einbruch-Diebstähle in Warenhäuser, Kioske, Gaststätten, Hotels und Banken sind in diesen statistischen Zahlen noch gar nicht berücksichtigt.

Deutliche Unterschiede je Bundesland

Summenmäßig die meisten polizeilich angezeigten Einbruch-Diebstähle in Betriebsgebäuden und -räumen gab es letztes Jahr in Nordrhein-Westfalen mit 14.580 derartigen Delikten. Danach folgen Niedersachsen mit 8.405, Baden-Württemberg mit 4.968, Hessen mit 4.156, Sachsen mit 4.130, Bayern mit 3.237, Sachsen-Anhalt mit 3.228, Rheinland-Pfalz mit 2.980, Berlin mit 2.966, Schleswig-Holstein mit 2.900 und Brandenburg mit 2.609 derartigen Verbrechen. In fünf Bundesländern lag die Anzahl der Einbruch-Diebstähle in Firmenimmobilien bei unter 1.500 Fällen, nämlich in Hamburg mit 1.468, Thüringen mit 1.346, Bremen mit 1.290, Mecklenburg-Vorpommern mit 1.210 und das Saarland mit 1.078 derartigen Delikten.

Nicht überall sank die Anzahl der Einbrüche in Firmen

Die PKS 2019 und 2018 zeigen, dass diese Einbruch-Diebstähle in Betriebsimmobilien nicht in jedem Bundesland weniger geworden sind. Während in Hamburg die Anzahl der schweren Diebstähle in Betriebsgebäude und -räume um 22,0 Prozent abgenommen hat, ist sie in Bremen um 22,2 Prozent gestiegen.

Einen Anstieg bei der Anzahl dieser Straftaten gab es auch in Thüringen mit plus 9,5 Prozent, in Nordrhein-Westfalen mit 3,1 Prozent, in Sachsen mit 2,7 Prozent sowie in Niedersachsen mit 2,2 Prozent. Eine leichte Erhöhung um 0,3 Prozent weist zudem Schleswig-Holstein auf.

Dagegen hat die Deliktanzahl in Hessen um 18,4 Prozent, in Bayern um 17,0 Prozent, in Rheinland-Pfalz um 12,4 Prozent und in Sachsen-Anhalt um 11,0 Prozent abgenommen. Eine leichte Reduzierung gab es zudem in Baden-Württemberg mit minus 9,3 Prozent, im Saarland mit minus 6,7 Prozent, in Berlin mit minus 6,1 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern mit minus 4,9 Prozent und in Brandenburg mit minus 0,2 Prozent.

Einbruchsraten nach Einwohneranzahl

Betrachtet man die Anzahl der Einbruch-Diebstähle in Firmeneinrichtungen in Relation zur Einwohnerzahl, nämlich je 100.000 Einwohner des jeweiligen Bundeslandes, ergibt sich allerdings eine andere Rangfolge. Bundesweit liegt die Einbruch-Diebstahlrate bei 72,9 gemeldeten Firmeneinbrüchen je 100.000 Einwohner. Die höchste Einbruchsrate je Bundesland hatten Bremen mit 188,9 und Sachsen-Anhalt mit 146,2 Firmeneinbrüchen pro 100.000 Einwohner.

Deutlich über dem deutschlandweiten Durchschnitt lagen zudem Niedersachsen mit 105,3, Brandenburg mit 103,9, Sachsen mit 101,3 sowie Schleswig-Holstein mit 100,1 derartigen Delikten je 100.000 Einwohner. Leicht überdurchschnittlich war die Diebstahlrate in Berlin mit 81,4, Nordrhein-Westfalen mit 81,3, Hamburg mit 79,7, Mecklenburg-Vorpommern mit 75,2 und Rheinland-Pfalz mit 73,0 gemeldeten Firmeneinbruch-Diebstählen pro 100.000 Einwohner.

Besser als der Bundesdurchschnitt waren dagegen Hessen mit 66,3, Thüringen mit 62,8 und Baden-Württemberg mit 44,9 derartigen Delikten je 100.000 Einwohner. Die mit Abstand niedrigste Einbruchsrate hatte Bayern mit 24,8 schweren Diebstählen in Firmengebäude und -räumen pro 100.000 Einwohner – sie war damit fast achtmal niedriger als in Bremen, dem Bundesland mit der höchsten Einbruch-Diebstahlrate bei Betrieben.

Aufklärungsquote ist in Bayern besonders hoch

Deutliche Unterschiede zeigt die PKS auch bei der Aufklärungsquote auf. Bundesweit wurden 18,8 Prozent der Einbruch-Diebstähle in Firmeneinrichtungen aufgeklärt. Hervorzuheben ist, dass Bayern, das Bundesland mit der niedrigsten Einbruch-Diebstahlrate, die höchste Aufklärungsquote hat. Hier wurden letztes Jahr 30,0 Prozent und damit fast jeder dritte Einbrecher, der in eine Firma eingebrochen ist, ermittelt.

Anders in Bremen, dem Bundesland mit der höchsten Einbruch-Diebstahlrate bei Betriebsgebäuden und -räumen: Dort wurde nicht einmal jedes zehnte derartige Delikt aufgeklärt. Die Aufklärungsquote war mit 9,8 Prozent von allen Bundesländern am niedrigsten. In Niedersachsen lag die Aufklärungsquote bei 26,5 Prozent, in Hessen bei 21,2 Prozent, in Rheinland-Pfalz bei 20,8 Prozent, in Thüringen bei 20,7 Prozent, in Saarland bei 20,5 Prozent und in Sachsen bei 20,2 Prozent.

Neben Bremen wurde in folgenden Bundesländern weniger als jeder fünfte Firmeneinbruch-Diebstahl aufgeklärt: Baden-Württemberg (Aufklärungsquote 19,0 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (Aufklärungsquote 18,8 Prozent), Brandenburg (Aufklärungsquote 17,4 Prozent), Sachsen-Anhalt (Aufklärungsquote 16,5 Prozent), Nordrhein-Westfalen (Aufklärungsquote 14,2 Prozent), Schleswig-Holstein (Aufklärungsquote 13,2 Prozent), Berlin (Aufklärungsquote 13,1 Prozent) und Hamburg (Aufklärungsquote 13,1).

Guter Einbruchsschutz wirkt

Der PKS 2019 ist aber auch zu entnehmen, dass Einbrecher häufig bei ihrem Vorgehen scheitern. Mehr als jeder dritte Einbruchsversuch in eine Firmeneinrichtung blieb für die Diebe ohne Erfolg. Konkret handelte es sich in 36,2 Prozent aller gemeldeten Einbrüche um missglückte Einbruchsversuche. Von den 60.551 gemeldeten Firmeneinbrüchen waren somit 38.631 vollendete Einbrüche und in 21.920 Fällen blieb es beim Versuch. Zum Vergleich: 2001 scheiterten die Einbrecher nur bei jedem vierten und 1995 sogar nur bei jedem fünften Einbruchsversuch.

Ein Grund für diese positive Entwicklung ist auch der immer besser werdende Einbruchsschutz der Firmen. Tipps dazu gibt es unter anderem von der VdS Schadenverhütung GmbH (VdS), einem Spezialisten für die Schadenverhütung bei Firmenobjekten. In Zusammenarbeit mit der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes hat der VDS die „Sicherungsrichtlinien für Geschäfte und Betriebe (VdS 2333)“ herausgebracht. In einem Webauftritt der Polizei steht zudem der kostenlos downloadbare Ratgeber für Firmen „Schlechte Geschäfte für Einbrecher“ zur Verfügung.

Da nicht jeder Einbruch verhindert werden kann, ist es zudem sinnvoll, sich finanziell gegen dieses Risiko abzusichern. Das gilt für den Diebstahl und die Zerstörung des Firmeninventars – von der Büroeinrichtung über EDV- und Kommunikationstechnik bis hin zu Werkzeugen und Produktionsmaschinen und -anlagen –, aber auch für eine eventuelle Betriebsstörung infolge eines Einbruch-Diebstahls. Möglich ist dies beispielsweise im Rahmen einer Geschäfts- beziehungsweise Inhaltsversicherung sowie einer Betriebsunterbrechungs-Versicherung.

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