Unsere ALH Krisen-Helden: Ausgabe #2

Was steckt hinter den ALH Krisen-Helden? 

Wir haben uns im Konzern umgehört – welche Kolleginnen und Kollegen leisten gerade in der aktuellen Situation rund um Corona Besonderes? Sei es ein Nachbarschaftsdienst, soziales Engagement oder einfach die Tatsache, dass sie alles tun um für andere da zu sein – beruflich oder privat. Was ist Ihre Corona-Geschichte?

Dieses Mal möchten wir Ihnen unseren Corona-Helden Hartmut Gerl vorstellen. Er arbeitet in der Vertriebsdirektion Süd in München und unterstützt dort unsere Geschäftspartner. Zudem ist er in unserem Betriebsrat tätig. Wir konnten Ihnen zu einem digitalen Interview treffen:

ALH: Hallo Herr Gerl! Danke, dass Sie uns per Skype zu diesem Interview zur Verfügung stehen. In welchem Bereich engagieren Sie sich besonders in Zeiten von Corona?

Hartmut Gerl: Als immer noch aktiver Fußballer leide ich natürlich darunter, meinen Sport nicht ausüben zu können. Wir spielen jedes Jahr eine Ü50-Senioren-Punktrunde mit 18 Spielen, die derzeit leider nicht durchgeführt werden kann. Wir suchen immer noch nach Lösungswegen, in gekürzter Form zu kicken, beratschlagen immer wieder mal, wie es doch noch gehen könnte. Grundsätzlich bleiben wir dabei optimistisch und tauschen uns unregelmäßig mit den Machern der 19 teilnehmenden Teams aus. Dabei stellen wir fest, dass alle Teams in den letzten 20 Jahren doch mehr zusammengewachsen sind, als uns vorher bewusst war. Die Rivalität besteht tatsächlich nur auf dem Platz. Wir haben dabei die Aktion ins Leben gerufen, die Wirte unserer Vereinsheime zu unterstützen, indem wir vorbestelltes Essen dort abholen, um diesen Kleingaststätten ein Einkommen zu sichern. Wenn Corona vorbei ist, wollen wir wie früher nach dem Spiel noch gemütlich beisammensitzen und den Flüssigkeitsverlust mit „isotonischen“ Getränken etwas ausgleichen. Das geht aber nur, wenn die Vereinsgaststätten die Krise überstehen. Bei meiner Gaststätte gibt es in der Krise am Samstag zum Beispiel mittags und abends „Steckerlfisch“ (Anm.: bayrische Spezialität – ein auf einem Holzspieß drapierter Fisch, der weit über dem Feuer geräuchert wird). Die 15 bis 20 Kilometer Anfahrt mache ich natürlich mit dem Fahrrad. Das Essen muss ich dann zuhause nochmals aufwärmen – es schmeckt aber immer noch wie selbst gekocht!

Ansonsten kaufe ich Lebensmittel für die Familie fast ausschließlich bewusst in den Hof- und Bioläden am Ort und meide große Supermärkte. Gerade die kleineren, inhabergeführten Läden haben oft keine Reserven und sind für jede Unterstützung dankbar. Auch die örtlichen Händler versuche ich zu unterstützen, wenn ich etwas brauche. Ich bemühe mich Bestellungen im Internet zu vermeiden, musste allerdings Steine für den Garten im Netz ordern, weil die Baumärkte in Bayern leider geschlossen haben. Und den Einkauf für die ältere Generation in der Familie organisiere ich in Absprache mit meinen Kindern.

ALH: Wie hat die Corona-Krise die Arbeit in Ihrem Bereich verändert?

Harmut Gerl: Man merkt deutlich, dass die Vermittler momentan das Thema Krankenversicherung nicht wirklich auf dem Schirm haben, da hier andere Prioritäten in der täglichen Arbeit Vorrang haben. Vor allem die finanzielle Sicherheit der Endkunden steht bei den Vermittlern im Vordergrund. Die Anfragen werden weniger, auch das Telefon klingelt seltener. In ruhigeren Zeiten bilde ich mich fort, beispielsweise durch Webinare. Mein letztes Webinar war übrigens „Wie mache ich ein Webinar?“. Natürlich nutze ich die ruhigere Zeit auch, um Überstunden abzubauen.

ALH: Wie bewältigen Sie die neuen Herausforderungen?

Harmut Gerl: Auch in Zeiten von Corona versuche ich den besten Service zu bieten, da hat das Virus keinen Einfluss auf meine Arbeit. Meine Kolleginnen und Kollegen machen das auch. Das zeichnet uns aus und ist sicher auch ein großer Erfolgsfaktor. Da auch deutlich weniger los ist als in „Hochzeiten“, haben wir natürlich mehr Möglichkeiten, die Geschäftspartner optimaler zu betreuen. Einige, von denen man länger nichts gehört hat, greifen häufiger zum Hörer, um unseren Service zu nutzen. Auch die digitalen Medien, beispielsweise Skype, sind häufig im Einsatz und eine eventuell vorhandene Scheu wird genommen.

ALH: Sie sind auch Betriebsratsmitglied. Wie hat sich hier Ihre Arbeit verändert?

Harmut Gerl: Die Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Vorstand hat sich deutlich entspannt. Ich fand es sehr gut, wie beide Parteien sich sehr kurzfristig um Lösungen für Mitarbeiter bemüht haben, beispielsweise für Mitarbeiter mit betreuungspflichtigen Kindern. Meine Betriebsratskollegen aus anderen Unternehmenn hier in München, die ich ganz gut kenne, haben auch in der Corona-Krise keinen kurzen Draht zur Geschäftsleitung und denken unverändert in festgefahrenen Bahnen. Das ist vor allem für die Mitarbeiter dort schade.

Für unsere Außendienst-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Konzern, die vermutlich keine Chance mehr haben werden ihre Ziele und damit ihr variables Gehalt zu erreichen, müssen wir noch gemeinsam nach Lösungen suchen.

ALH: Welche Chancen bringt die Corona-Krise Ihrer Meinung nach mit sich – vielleicht auch längerfristig über ein „Ende“ von Corona hinaus?

Harmut Gerl:: Corona hat die Gesellschaft deutlich entschleunigt. Viele Menschen gehen bewusster mit dem Alltag um. Die Hektik ist ein klein wenig raus. Das Geschäft wird sicherlich kurzfristig nachlassen, aber nicht gänzlich wegbrechen. Ich hoffe zudem, dass die Diskussion über eine „Bürgerversicherung“ nach den Erfahrungen mit unserem Gesundheitssystem in diesen Tagen von der politischen Bildfläche verschwinden wird. Ein Blick über die Grenzen zeigt, wie wichtig so ein duales System zum Erhalt der Grundversorgung ist. In Italien, Spanien, den USA etc. sind die Auswirkungen von Corona nicht zuletzt auf deren Krankenversicherungssystem zurückzuführen.
Privat wünsche ich mir, dass das „Virus Mensch“ erkennt, dass weniger manchmal deutlich mehr sein kann.

ALH: Gibt es etwas, das Sie den Kolleginnen und Kollegen in Zeiten von Corona mit auf den Weg geben möchten?

Harmut Gerl:: Zu allererst wünsche ich uns allen natürlich Gesundheit. Außerdem zeigt sich in dieser etwas schwierigen Zeit, welch‘ gutem und sozialem Arbeitgeber wir doch angehören. Hier wird pragmatisch an Lösungen gearbeitet und es ist ein gutes Miteinander in den Gesprächen zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat festzustellen. Diesen Zustand sollten wir uns bewahren. Und nach überstandener Corona-Krise wäre es schön, wenn wir uns gemeinsam – gerne auch virtuell – verabreden und uns auf eine tolle, gesunde Zukunft ein Kaltgetränk gönnen würden. Das sollte dann aber real sein!

ALH: Darüber würden wir uns auch sehr freuen! Vielen Dank für das Interview – und bleiben Sie gesund!

 

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