Erkältung bei kleinen Kindern

Dass Kleinkinder mehrmals im Jahr erkältet sind, ist laut Gesundheitsexperten keine Seltenheit. Inwieweit dies normal ist und welche Präventionsmaßnahmen helfen, damit die Kinder möglichst ohne grippalen Infekt durch die kalte Jahreszeit kommen, verdeutlichen Gesundheitsexperten.

Schon Kleinkinder haben häufig Kontakt mit anderen, beispielsweise im Kindergarten, in der Grundschule oder beim Spielen. Daher ist auch die Ansteckungsgefahr in der Erkältungszeit hoch. Doch selbst wenn Kinder bis zum sechsten oder siebten Lebensjahr mehrmals im Jahr einen grippalen Infekt haben, ist das meist noch im Bereich des Normalen, wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) betont. Dennoch sollten Eltern stets das Immunsystem ihrer Sprösslinge stärken und das Ansteckungsrisiko klein halten, denn auch eine Erkältung mindert das Wohlbefinden.

Bei Kleinkindern bis zum Schulalter befindet sich das Immunsystem noch im Aufbau und ist daher anfälliger gegen Krankheitserreger. Dies ist auch der Grund, warum bei Kindern bis zum Grundschulalter jährlich acht bis zwölf grippale Infekte – nicht zu verwechseln mit der echten Grippe – als normal gelten und kein Grund zur Besorgnis sind, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mitteilt. Im Gegensatz dazu erkälten sich Erwachsene im Schnitt bis zu dreimal im Jahr.

Typische Symptome einer Erkältung, welche durch rund 200 verschiedene Virenarten verursacht werden kann, sind Halsschmerzen, Husten, Schnupfen oder auch Fieber, die meist nacheinander auftreten. Bei einer echten Grippe (Influenza), die ebenfalls durch Viren verursacht wird, treten dagegen mehrere Krankheitsanzeichen wie Schüttelfrost, Fieber, Husten und Halsschmerzen innerhalb kürzester Zeit auf.

Krankheitssymptome lindern

Bei kleinen und großen Kindern sowie bei Erwachsenen lassen sich Erkältungssymptome oft auch ohne Arztbesuch lindern. „Da es kein Medikament gibt, das die eigentlichen Verursacher der Erkältung, die Viren, bekämpft, dauert die Erkrankung mit oder ohne Behandlung meist sieben bis zehn Tage lang“, wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ) erklärt. Der BVKJ empfiehlt zum Beispiel, bei einer Erkältung viel zu trinken und das Raumklima zum Beispiel mit feuchten Tüchern über der Heizung feucht zu halten, um entzündete Schleimhäute zu schonen.

Schlafen und Ruhe fördern zudem die Genesung. „Nicht alle Kinder wollen jedoch bei einer fiebrigen Erkältung im Bett liegen. Manchmal sind sie trotz Krankheit sehr munter. Eltern können darauf vertrauen, dass ein Kind, das sich krank fühlt, sich auch freiwillig hinlegt. Will das Kind spielen und herumlaufen, bringt schon ein ruhiger Tagesablauf die erforderliche Erholung“, rät der BVKJ und betont außerdem: „Allgemein ist es sinnvoller, das jeweilige Hauptsymptom einer Erkältungskrankheit mit einem spezifischen Medikament zu behandeln und auf Kombinationspräparate zu verzichten.“

Frei verkäufliche Nasensprays oder -tropfen sind laut BZgA jedoch nur kurzfristig anzuwenden und nur, wenn die Altersempfehlung und die Dosierungsanweisungen des Herstellers beachtet werden. Zudem warnen Gesundheitsexperten vor der Verwendung von ätherischen Ölen wie Menthol oder Eukalyptus oder entsprechenden Einreibesalben mit diesen Ölen bei Babys und Kleinkindern. „Bei kleinen Kindern können diese Öle schwerwiegende Nebenwirkungen haben“, so das BZgA.

Wann unbedingt ein Arztbesuch notwendig ist

Hat ein Kind eine Grippe, sollte man immer umgehend einen Arzt konsultieren. Das Gleiche gilt auch bei Babys unter drei Monaten, die aufgrund einer Erkältung husten oder Fieber haben. Doch auch sonst kann bei einer Erkältung ein Arztbesuch notwendig werden. Haben sich beispielsweise neben den Erkältungsviren auch Bakterien angesiedelt oder heilt die Erkältung nicht aus, kann dies nämlich zu schwerwiegenden, teils auch chronischen oder sogar lebensbedrohlichen Krankheiten führen.

Dringend erforderlich ist ein Arztbesuch beispielsweise, wenn ein Kind länger als drei Tage Fieber hat, zu Halsschmerzen plötzlich hohes Fieber hinzukommt oder gelbe Eiterpünktchen auf den Mandeln zu sehen sind. Das Gleiche gilt, wenn das Kind länger als eine Woche unter Husten oder Schnupfen leidet, ohne dass eine Besserung zu bemerken ist oder wenn plötzlich noch hohes Fieber hinzukommt. Auch bei einem gelblichen oder rötlichen Hustenschleim oder bei Durchfall oder Erbrechen neben den sonstigen Erkältungsanzeichen ist eine ärztliche Untersuchung notwendig.

Ebenfalls umgehend zum Arzt gehen sollte man, wenn der kleine Patient unter Atembeschwerden leidet, über mehrere Tage unter Kopf- oder Ohrenschmerzen oder auch Schmerzen in der Lunge klagt, einen bellenden Husten hat oder das Schnupfensekret gelblich-grünlich ist. Der Arzt ist auch zu konsultieren, falls das Kind einen Hautausschlag hat; das könnte zum Beispiel auf Scharlach, Masern, Windpocken oder Röteln hindeuten.

Schutzmaßnahmen gegen die Erkältung

Um ein Kind so gut wie möglich vor Erkältungserregern zu schützen, sollte dessen Immunsystem gestärkt werden. „Regelmäßige Bewegung im Freien – auch bei Wind und Wetter – sowie eine vitaminreiche und ausgewogene Ernährung, vor allem viel Vitamin C, zum Beispiel in Form von Zitrusfrüchten oder Kiwis, unterstützen die Abwehrkräfte“, so der BVKJ. Nach Angaben des BZgA gehört zur Stärkung der Abwehrsysteme auch bei Kindern ein ausreichender Schlaf.

Für Babys ist laut den Experten des BZgA das Stillen „genau das, was es in seinen ersten Lebensmonaten braucht: eine maßgeschneiderte Ernährung, körperliche Nähe, Zuwendung und Unterstützung für sein Immunsystem und für seine Entwicklung“. Gesundheitsexperten raten zudem, Kinder so anzukleiden, dass sie je nach Umgebungstemperatur nicht schwitzen oder frieren. Übrigens, auch Stress, häufige Ängste oder Zurückweisungen können schon das Immunsystem von Kleinkindern schwächen.

Besonders wichtig zum Schutz vor Krankheitserregern ist das richtige und mehrmals tägliche Händewaschen. Kinder sollten zum Beispiel immer vor dem Essen, wenn sie nach Hause kommen, nach der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder nach dem sie mit Kranken in Kontakt waren, die Hände waschen. Weitere Präventionstipps sowie Ratschläge zur Behandlung der Krankheitssymptome einer Erkältung enthalten die Webportale der BZgA (www.kindergesundheit-info.de) und des BVKJ (www.kinderaerzte-im-netz.de).

Weitere Themen:

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen