Notwendige Reifenkontrolle

Defekte oder nicht den Sicherheitsbestimmungen entsprechende Autoreifen können nicht nur zu einer ärgerlichen Panne führen, sondern erhöhen auch das Unfallrisiko deutlich. Experten erklären, worauf diesbezüglich zu achten ist.

Die einzige Verbindung zwischen Auto und Straße sind die Reifen. Wer bei den Reifen nicht darauf achtet, dass der Reifendruck den Vorgaben des Kfz-Herstellers entspricht, erhöht damit unter Umständen nicht nur seinen Spritverbrauch, sondern auch sein Unfallrisiko. Das gleiche gilt, wer mit abgefahrenen Reifen unterwegs ist. Selbst alte Reifen können zum Problem werden, wie unter anderem der Deutsche Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR) betont.

Nach Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrats e.V. (DVR) sollten man bei den Autoreifen regelmäßig den Reifendruck, die Profiltiefe und das Reifenalter prüfen und sie auf mögliche Schäden kontrollieren. Denn jedes einzelne dieser Kriterien kann unter anderem zu einem Unfall führen. So lässt sich schon mit einem einfachen Blick auf die Reifen kontrollieren, ob Reifenschäden wie Risse, eingefahrene Nägel oder Beulen am Reifengummi vorhanden sind.

Solche Schäden können schnell zu einem Platzen der Reifen oder einem gefährlichen Luftdruckverlust führen und sind daher umgehend zu beheben. Verliert ein Reifen ständig Luft oder ist der Luftdruck seit der letzten Messung stark abgesunken, kann dies auch ein Hinweis auf einen Reifendefekt sein. Prinzipiell sollte man neben der eigenen Sichtkontrolle Autoreifen regelmäßig, beispielsweise jeweils einmal im Herbst und im Frühjahr, in einer Fachwerkstatt auf Unwucht überprüfen lassen, denn auch dieser Reifendefekt kann laut DVR zu einem Reifenplatzer führen.

Die Profiltiefe

Ein weiteres Sicherheitsmerkmal ist die Profiltiefe. Die in Deutschland geltende Mindestprofiltiefe liegt bei 1,6 Millimetern – sie muss an allen Stellen der Reifenlauffläche vorhanden sein. Kfz-Experten empfehlen jedoch, bereits Sommerreifen mit weniger als drei und Winterreifen mit weniger als vier Millimeter Profiltiefe zu wechseln, denn Reifen mit weniger Profil haben einen längeren Bremsweg und eine höhere Aquaplaninggefahr. Übrigens, der goldene Rand einer Ein-Euro-Münze ist drei Millimeter breit – damit lässt sich schnell prüfen, ob das Profil der Sommerreifen noch ausreicht.

Auch das Reifenalter ist ein sicherheitsrelevantes Merkmal. So beginnt ein Reifengummi oft bereits nach sechs Jahren spröde zu werden, was die Straßenhaftung vermindert. Der DVR empfiehlt daher, Reifen, die zehn Jahre oder älter sind, in jedem Fall auszutauschen. Bei Kfz-Anhängern und Wohnwagen, die eine Zulassung für eine Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern haben, dürfen Reifen laut Gesetz maximal sechs Jahre alt sein.

Erkennen lässt sich das Herstellungsdatum des Reifens an den letzten vier Ziffern der sogenannten DOT-Nummer – DOT steht für „Department of Transportation“ – auf der Reifenflanke. Die Woche, an dem der Reifen produziert wurde, wird aus den beiden ersten Zahlen, das Produktionsjahr aus den beiden letzten Zahlen der am Ende genannten vierstelligen Nummer herausgelesen. Ein Reifen mit der Aufschrift DOT A3CD EF3H 2218 wurde beispielsweise in der 22. Kalenderwoche 2018 hergestellt.

Wenn der Reifenluftdruck zu niedrig …

Besonders wichtig ist auch der richtige Luftdruck im Reifen. Ist dieser zu niedrig, wirkt sich dies negativ auf die Fahrstabilität, die Lebensdauer eines Reifens und unter Umständen auch auf den Benzinverbrauch aus. So führt ein zu niedriger Luftdruck dazu, dass die Reifenauflagefläche auf der Fahrbahn insbesondere an den Reifenrändern, nicht jedoch in der Reifenmitte gegeben ist.

Das erhöht den Rollwiderstand und somit auch den Kraftstoffverbrauch. Schon ein Reifendruck von 0,2 bar unter dem vom Kfz-Hersteller vorgeschriebenen Luftdruck steigert den Benzinverbrauch laut Kfz-Experten um circa ein Prozent. Ein zu niedriger Luftdruck hat aufgrund der veränderten Reifenauflagefläche zur Folge, dass sich der Bremsweg verlängert und besonders bei Kurven die Spurtreue und Fahrstabilität verringert.

Zudem fährt sich das Profil an den Rändern deutlich schneller ab, was die Lebensdauer des Reifens verkürzt. Auch kann die einseitige Reifenauflage auf der Straße zu einer Überhitzung und damit zum Ablösen des Reifenprofils führen.

… oder zu hoch ist

Doch auch bei einem zu hohen Luftdruck verringert sich die Reifenauflagefläche, da der Reifen dann überwiegend in der Reifenmitte auf der Straße aufliegt. Auch hier verlängert sich durch die geringere Auflagefläche der Bremsweg, der Reifen wird ungleichmäßig abgenutzt und dadurch zudem seine Haltbarkeit verringert.

Ein Reifenüberdruck führt zudem zu einer reduzierten Seitenführung und bei nassen Straßen schneller zu Aquaplaning als ein Reifen mit vorgeschriebenem Luftdruck. Die besten Fahreigenschaften erreicht man mit einem optimalen Reifenluftdruck. Dieser hängt vom Fahrzeug, der Reifengröße und dem Beladungszustand ab. Detaillierte Informationen hierzu liefert die Bedienungsanleitung des Pkws oder oftmals auch ein entsprechender Aufkleber an oder in der Türe beziehungsweise in der Tankklappe.

Der Reifendruck sollte nur bei kalten oder handwarmen Reifen gemessen werden. Wer bei einem heißen Reifen Luft ablässt, riskiert, dass der Reifenluftdruck nach dem Abkühlen des Reifens gefährlich niedrig ist. Laut DRV gilt: „Der Reifencheck, am besten bei jedem zweiten Tankstopp, ist unerlässlich, denn letztlich ist jeder Reifen nur so gut, wie er gewartet ist.“ Weitere Sicherheitstipps rund um die Autoreifen enthält das DRV-Webportal reifenqualitaet.de.

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