Schlaf und Diabetes

Schlafen ist nur scheinbar eine Zeit der Ruhe. Während unsere Muskeln weitgehend Pause haben, sind Gehirn, Immunsystem und Körperzellen aktiv. Eiweißsynthese und Zellregeneration laufen auf Hochtouren und im Gehirn sprießen neue Nervenzellen. Zeitweise verbraucht das Denkorgan im Schlaf sogar mehr Energie als im wachen Zustand.

Wer gut schläft, hat ein besseres Immun- und Herz-Kreislauf-System, leidet seltener an Übergewicht und neigt weniger zu Arteriosklerose. Der Schlaf spielt aber auch im Hinblick auf Diabetes eine wichtige Rolle.

Schlafmangel als Risikofaktor für Diabetes

Gestörter Schlaf und Schlafmangel sind Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes. Längerfristige Schlafprobleme treiben das Körpergewicht in die Höhe und bringen den Stoffwechsel durcheinander. Da der Körper bei zu wenig Schlaf Stresshormone ausschüttet, wirkt sich das bereits nach kurzer Zeit negativ auf die Insulinsensitivität sowie die Blutzuckerwerte aus.

Schlafprobleme und Diabetes bei verschiedenen Krankheitsbildern

Schlaf und Diabetes hängen enger zusammen, als man auf den ersten Blick glauben mag. So gehen einige Krankheiten, die häufig bei Diabetikern auftreten, auch oft mit Schlafproblemen einher.

1. Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom

Bei einer Schlafapnoe werden die Atemwege während des Schlafens behindert. Personen, die von dem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom betroffen sind, haben während des Schlafes kurze Atemstillstände und sie schnarchen häufig. Der Betroffene selbst merkt es nachts zwar nicht, verspürt am Tag aber Müdigkeit und leidet eventuell unter Sekundenschlaf. Schlafapnoe und Diabetes Typ 2 treten häufig zusammen auf. Beides geht mit einer erhöhten Insulinresistenz einher.

2. Depression

Eine Depression kann zu veränderten Schlafphasen und zu einer durch die entstehenden Schlafprobleme gesteigerten Insulinresistenz führen. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen. Auch
anders bedingte Schlafprobleme können eine Depression verursachen, was wiederum die Insulinresistenz erhöht.

3. Hypoglykämien (Unterzuckerungen)

Nächtliche Unterzuckerungen werden oft nicht direkt bemerkt, da Betroffene dadurch nicht aufwachen. Patienten mit nächtlichen Hypoglykämien berichten über Gereiztheit, Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein. Sie können aber auch aktiv den Schlaf stören und zum Beispiel Schweißausbrüche, Herzklopfen oder Zittern hervorrufen. Tritt während der Nachtruhe eine Unterzuckerung auf, wird die durch den Schlaf geförderte Gedächtnisbildung negativ beeinträchtigt. Auch führt die Angst vor einer Hypoglykämie nicht selten zu unruhigem und wenig erholsamem Schlaf.

4. Nykturie (nächtliches Wasserlassen)

Häufiges Wasserlassen ist ein bekanntes Symptom bei Diabetes. Bei hohen Blutzuckerwerten scheidet der Körper vermehrt Glukose über die Nieren aus, dies führt – ähnlich wie bei der Einnahme entwässernder Medikamente – zu erhöhtem Harndrang. Dieser wird von den Betroffenen als erheblicher Störfaktor für einen erholsamen Schlaf empfunden.

5. Gastroösophageale Refluxkrankheit (Sodbrennen)

Diabetiker leiden häufig unter Sodbrennen. Meist treten die Beschwerden nach den Mahlzeiten auf, vermehrt jedoch auch nachts, wo sie als besonders störend wahrgenommen werden.

6. Neuropathien (Nervenschäden)

Eine diabetische Neuropathie kann bei jeder Form des Diabetes auftreten. Durch den veränderten Blutzuckerspiegel wird der Stoffwechsel der Nervenzellen gestört, die Nerven außerhalb des Gehirns und Rückenmarks (periphere Nerven) werden geschädigt. Neuropathien können unter anderem Missempfindungen und Schmerzen sowie schlecht heilende Wunden im Bereich der
Beine verursachen. Dies beeinträchtigt auch die Nachtruhe, denn wer Schmerzen hat, schläft oft deutlich schlechter.

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