Die Regionen mit den meisten Motorraddiebstählen

In welchen Bundesländern und Landkreisen die meisten Motorräder und Mopeds gestohlen werden, geht aus der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik hervor.

Zwar ist laut aktueller Polizeilichen Kriminalstatistik die Zahl der Motorrad- und Mopeddiebstähle seit einigen Jahren rückläufig, allerdings sind die Werte je Bundesland und sogar je Landkreis zum Teil extrem unterschiedlich. So gibt es Landkreise, in denen 2017 kein einziges Motorrad oder Moped geklaut wurde, in anderen waren es bis zu 120 Kraddiebstähle je 100.000 Einwohner. Wird man selbst Opfer eines solchen Diebstahles, hat man ohne den passenden Versicherungsschutz neben dem Ärger oft auch noch einen hohen finanziellen Verlust.

In 2017 wurden laut der derzeit aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik 2017 (PKS 2017) 20.851 Motorrad- und Mopeddiebstähle inklusive unbefugte Ingebrauchnahme polizeilich registriert. Für 2018 liegen noch keine Daten vor über die Anzahl der Diebstähle von diesen Krafträdern (Krädern) vor. Die Anzahl der Kraddiebstähle in 2017 ist seit 30 Jahren allerdings der bisher niedrigste Wert – 1993 wurden noch 61.909 Kraftraddiebstähle registriert

Nach der Wende in 1989 gab es die meisten derartigen Kraftraddiebstähle im Jahr 2007 mit 53.190 geklauten Mopeds und Motorrädern. Seitdem geht die Anzahl der Kraftraddiebstähle stetig zurück. Dies zeigt auch die Klaurate: Im Bundesschnitt wurden 2015 31,6, in 2016 28,3 und in 2017 25,3 Mopeds und Motorräder pro 100.000 Einwohner entwendet.

Regionen mit jeweils einem Delikt

In den 401 Landkreisen, Kreisen, Stadtkreisen und kreisfreien Städten war die Diebstahlrate extrem unterschiedlich. Die meisten derartigen Taten gab es erneut in Berlin mit rund 1.652 erfassten Motorrad- und Mopeddiebstählen. Dahinter folgen Köln mit 871, Hamburg mit 548, Aachen mit 494, Leipzig mit 425 sowie Frankfurt am Main mit 422 entwendeten Mopeds und Motorrädern.

In zwei Landkreisen und einer kreisfreien Stadt – alle in Bayern – gab es dagegen keinen einzigen Kraddiebstahl, nämlich in den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Wunsiedel im Fichtelgebirge sowie in der Stadt Schwabach. In fünf Regionen wurde je nur ein Bike gestohlen – nämlich im niedersächsischen Landkreis Wittmund, in den bayerischen Landkreisen Freyung-Grafenau, Erlangen-Höchstadt und Fürth sowie in der bayerischen kreisfreien Stadt Ansbach. Betrachtet man die Klaurate, also die Kraddiebstähle je 100.000 Einwohner, ergibt sich ein etwas anderes Bild.

Hier liegt der Stadtkreis Freiburg im Breisgau mit 120, der Kreis Aachen mit 89, die kreisfreien Städte Köln mit 81, Bonn mit 78, Mainz mit 75, Leipzig mit 74 und Zweibrücken mit 67 gestohlenen Mopeds und Motorrädern an der unrühmlichen Spitze der Regionen mit den höchsten Klauraten. Die niedrigsten Klauraten erreichen, neben den genannten Regionen, die gar keine Diebstähle vorzuweisen haben, die Landkreise Freyung-Grafenau, Ostallgäu, Fürth und Erlangen-Höchstadt mit jeweils einem Kraftraddiebstahl pro 100.000 Einwohner.

In Bayern die niedrigste und in Bremen die höchste Klaurate

Betrachtet man die Klaurate in den Bundesländern, ist diese in Bremen mit 49 Kraftraddiebstählen pro 100.000 Einwohner am höchsten. Zum Teil weit über der durchschnittlichen bundesweiten Klaurate von rund 25 geklauten Motorrädern je 100.000 Einwohner liegen auch folgende Bundesländer: Berlin mit 46, Nordrhein-Westfalen mit 38, Sachsen-Anhalt mit 34, Sachsen mit 33, Hamburg mit 30, Hessen mit 29, Brandenburg mit nicht ganz 28 und Thüringen mit fast 26 entwendeten Motorrädern und Mopeds je 100.000 Einwohner.

Unter dem Bundesdurchschnitt bei den Klauraten liegen Mecklenburg-Vorpommern mit 24, Rheinland-Pfalz und Saarland mit 22, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein mit rund 19, Niedersachsen mit nicht ganz 17 und in Bayern mit sieben geklauten Krädern je 100.000 Einwohner.

Laut PKS 2017 wurden gerade einmal 20,9 Prozent der Kraftraddiebstähle aufgeklärt. Damit ist die Aufklärungsrate bei den Motorrad- und Mopeddiebstählen nicht nur die niedrigste seit der Wende, sondern auch um 5,8 Prozentpunkte niedriger als bei den Pkw-Diebstählen.

Finanzieller Schutz rund um das Motorrad

Wer sichergehen will, dass ihm nach einem Kraftraddiebstahl zumindest der dadurch entstandene finanzielle Verlust ersetzt wird, kann eine Teilkasko-Versicherung abschließen. Diese leistet unter anderem auch, wenn das Kraftrad bei Brand, Hagel, Sturm, Überschwemmung oder durch einen Zusammenstoß mit einem Haarwild beschädigt wurde und übernimmt zudem Glasbruchschäden am Krad.

Ist ein Motorrad vollkaskoversichert, ist automatisch der Teilkaskoschutz miteingeschlossen. Die Vollkasko zahlt zudem für fahrlässig verursachte, selbst verschuldete Kfz-Schäden sowie Schäden, die andere verursacht haben und nicht dafür aufkommen, beispielsweise im Falle einer Unfallflucht des Schadenverursachers oder bei Vandalismus durch Dritte.

Versichert ist im Übrigen nicht nur das Krad selbst, sondern auch alle am Fahrzeug befestigten Teile, die in einer Liste, welche Bestandteil des Kfz-Vertrages ist, mitaufgeführt sind, bis zu einer in der Kfz-Versicherungspolice vereinbarten Höhe. Zu den versicherten Motorradteilen zählen üblicherweise auch fest am Kraftrad angebrachte Satteltaschen und Gepäckkoffer.

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