So schlecht schlafen die Bürger

Laut einer aktuellen Studie einer gesetzlichen Krankenkasse fühlt sich weniger als die Hälfte der Befragten am Morgen wirklich ausgeschlafen, wobei dieser Wert je nach Bundesland beträchtlich variiert. Dabei ist ein erholsamer Schlaf für die Gesundheit enorm wichtig.

Ziemlich genau die Hälfte der in einer Studie befragten Bundesbürger hat während des Tages das Bedürfnis zu schlafen. Kein Wunder, denn genauso viele fühlen sich am Morgen nicht ausgeschlafen. Und das, obwohl die Mehrheit mit sechs bis acht Stunden eigentlich genug Schlaf bekommt. Klar ist, dass sich länger andauernde Schlafprobleme negativ auf das Wohlbefinden und die Gesundheit auswirken. Zudem reduziert sich das Leistungsvermögen, während das Unfallrisiko steigt. Auch wenn die Ursachen für schlechten Schlaf vielfältig sind, kann jeder Einzelne einiges für einen erholsamen Schlaf tun.

Die Barmer, eine gesetzliche Krankenkasse, hat unlängst die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 4.000 Menschen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren veröffentlicht. Befragt wurden die Studienteilnehmer nach ihren Schlafgewohnheiten. Dabei kam unter anderem heraus, dass, obwohl über 80 Prozent aller Befragten zwischen sechs und acht Stunden während der Arbeitswoche pro Nacht ohne Wachphasen schlafen, die Hälfte sich dennoch am Morgen nicht ausgeschlafen fühlt. Demnach wundert es auch nicht, dass fast 63 Prozent der Befragten gerne mehr schlafen würden.

Zumal gerade einmal 54 Prozent, also etwas mehr als die Hälfte der Befragten, nachts durchschlafen. Nach den Gründen befragt, warum man lange aufbleibt, ist das Fernsehen mit 38 Prozent auf Platz eins, wenn man die Bevölkerung insgesamt sieht. Bei den Personen, die ein Tablet oder ein Smartphone im Schlafzimmer haben, ist es dagegen das Internetsurfen (43 Prozent), das sie vom Schlafen abhält. Tablet und Co. sind im Schlafzimmer weit verbreitet: Nur fast 39 Prozent der Befragten gaben an, keine elektronischen Geräte im Schlafzimmer zu haben.

Einschlafhilfen

Knapp 63 Prozent der Befragten gaben an, keine Probleme mit dem Einschlafen zu haben. Das bedeutet, dass 37 Prozent damit durchaus Probleme haben. Und dann greifen sie beispielsweise zu Entspannungsübungen (21 Prozent), zu Alkohol (16 Prozent) oder zu nicht verschreibungspflichtigen Schlafhilfemitteln (zwölf Prozent) beziehungsweise zu verschreibungspflichtigen Präparaten (neun Prozent).

Erstaunlich ist, dass es hier zwischen den Bundesländern große Unterschiede gibt. So greifen 15 Prozent der Hamburger zu verschreibungspflichtigen Präparaten, während dies in Schleswig-Holstein gerade einmal sechs Prozent tun. Ähnlich sieht es bei den nicht verschreibungspflichtigen Schlafmitteln aus: Hamburg liegt auch hier wieder auf dem unrühmlichen ersten Platz mit fast 16 Prozent, während man im Saarland (sechs Prozent) hierauf eher verzichtet.

Störfaktoren beim Schlafen

Befragt nach den Gründen für einen schlechten Schlaf sind es bei 39 Prozent vor allem die familiären und privaten Schwierigkeiten, gefolgt von gesundheitlichen Problemen (34 Prozent). Danach kommen beruflicher Stress beziehungsweise berufliche Sorgen und Probleme mit 33 Prozent. Nächtlicher Harndrang stört bei 28 Prozent den Schlaf, während finanzielle Sorgen 23 Prozent der Befragten um den Schlaf bringen.

Erst danach folgen allgemeiner Lärm (15 Prozent) beziehungsweise ein schnarchender Partner mit ebenfalls 15 Prozent. Kleine Kinder (13 Prozent) oder Albträume (neun Prozent) sind hier ebenfalls zu nennen und immerhin acht Prozent stören sich an ihrem eigenen Schnarchen.

Tipps für einen gesunden Schlaf

Für einen guten Schlaf empfehlen Experten eine Raumtemperatur im Schlafzimmer zwischen 18 und 21 Grad Celsius. Zudem sollte es dunkel und ruhig sein. Alkohol, Koffein, Nikotin und üppige Mahlzeiten können sich negativ auf den Schlaf auswirken – also besser darauf verzichten. Auf Sport (zwei- bis dreimal pro Woche) sollte man nicht verzichten, allerdings sollten vor dem Schlafen keine Höchstleistungen mehr erbracht werden. Entspannende Schlafrituale sind Meditation, Spaziergänge und ruhige Musik.

Noch mehr Tipps für einen besseren Schlaf enthält der kostenlos herunterladbare Patientenratgeber Ein- und Durchschlafstörungen des Vereins Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e.V. (DGSM). Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat sich online ebenfalls mit dem Thema beschäftigt und liefert weiterführende Informationen, ebenso wie die kostenlos herunterladbaren Ratgeber des DGSM für bestimmte Personengruppen. Empfehlenswert ist ferner die Broschüre „Nachts zur Ruhe kommen“ des BKK Bundesverbands.

Weitere Themen:

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen