Wofür junge Leute Geld zurücklegen

Der Bankenverband hat in einer Studie die Zufriedenheit, die finanzielle Lage und das Sparverhalten der 14- bis 24-Jährigen untersucht. Das Ergebnis zeigt, dass immer mehr Jugendliche und junge Erwachsen vorausschauend denken.

Die überwiegende Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind zufrieden mit ihrem Leben und kommen mit ihrem monatlich zur Verfügung stehenden Geld aus. Viele legen auch ab und zu etwas auf die hohe Kante, wie die „Jugendstudie 2018“ des Bankenverbands unter 14- bis 24-jährigen Bundesbürgern zeigt. Wichtigstes Motiv dabei ist das Konsumsparen. Die Bedeutung der Altersvorsorge als Sparmotiv hat zudem deutlich zugenommen.

Jeweils 85 Prozent der 14- bis 24-Jährigen sind zufrieden mit ihrem Leben beziehungsweise blicken optimistisch in die Zukunft. Dies ist ein Ergebnis der „Jugendstudie 2018“, die das Marktforschungs-Institut GfK SE im Auftrag des Bundesverbandes deutsche Banken e.V. (Bankenverband) durchgeführt hat. Für die mittlerweile sechste Auflage der im Dreijahresturnus durchgeführten Untersuchung wurden 650 deutschsprachige 14- bis 24-Jährige telefonisch befragt.

Rückläufige Zufriedenheit

Im Vergleich zur Vorgängeruntersuchung zeigt sich, dass die jungen Leute in 2018 weniger Lebenszufriedenheit und Zukunftsoptimismus haben als noch in 2015. Während 2018 nur noch jeweils 85 Prozent mit dem Leben zufrieden waren und optimistisch in die Zukunft blicken, waren es vor drei Jahren 93 Prozent bei der Lebenszufriedenheit beziehungsweise 90 Prozent beim Zukunftsoptimismus.

„Die Rückgänge bei Lebenszufriedenheit und Zukunftsoptimismus sind nicht dramatisch, aber der Trend überrascht zunächst“, erläutert Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes. „Zumal sich auch die beruflichen Perspektiven der jungen Generation mit der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt verbessert haben.“ Nach Krautscheids Vermutung könnte sich hier eine gewachsene Unsicherheit der jungen Leute widerspiegeln in einer Zeit, die von zahlreichen politischen Umbrüchen geprägt ist.

Analog zur Lebenszufriedenheit und zum Zukunftsoptimismus ist auch die Selbsteinschätzung der eigenen wirtschaftlichen Lage schlechter geworden. Nicht einmal mehr 60 Prozent beurteilen die wirtschaftliche Lage der Eltern als „gut“ – und nicht einmal mehr die Hälfte die eigene Wirtschaftslage. 2015 waren die Anteile noch um jeweils 13 Prozentpunkte höher.

Bessere finanzielle Möglichkeiten

Dies steht paradoxerweise im deutlichen Gegensatz zur Entwicklung der finanziellen Möglichkeiten. Denn diese ist bei den Befragten im Schnitt um ein Fünftel auf 731 Euro im Monat gestiegen. Gründe hierfür werden keine genannt. Es gibt in den verschiedenen Gruppen der jungen Generation jedoch gehörige Unterschiede beim monatlich verfügbaren Finanzbetrag.

Dieser liegt bei Schülern bei 222 Euro, das ist ein Zuwachs um rund 83 Prozent beziehungsweise rund 100 Euro im Vergleich zu 2015. Auszubildende haben 2018 im Durchschnitt 952 Euro (plus 34 Prozent), Studierende 729 Euro (plus 30 Prozent) und Berufstätige rund 1.739 Euro (plus 18 Prozent) im Monat zur Verfügung.

42 Prozent der befragten 14- bis 24-Jährigen bleibt nach eigenen Angaben fast jeden Monat oft noch Geld übrig und 43 Prozent reicht es gerade so. 15 Prozent kommen mit ihrem persönlichen Budget nicht über die Runden – im Detail haben acht Prozent hin und wieder zu wenig Geld und bei sieben Prozent reicht das Geld eigentlich nie.

Es wird mehr zurückgelegt

Von dem im Durchschnitt verfügbaren Geldbetrag legt die junge Generation rund ein Viertel zurück – im Schnitt sind es 179 Euro, was einer Zunahme um 36 Prozent im Vergleich zu vor drei Jahren entspricht. In der Altersgruppe zwischen 14 und 17 Jahren liegt der Sparbetrag im Schnitt bei 83 Euro, das ist mehr als das 2,3-Fache im Vergleich zu 2015, damals waren es noch 36 Euro.

Bei den 18- bis 20-Jährigen sind es 239 Euro und damit sogar knapp 2,5-mal so viel wie in 2015 mit 97 Euro. Nur bei den 21- bis 24-Jährigen hat der monatliche Sparbetrag im Vergleich zu vor drei Jahren abgenommen, nämlich von 236 Euro in 2015 auf 216 Euro in 2018 und damit um fast neun Prozent.

Insgesamt sparen aktuell etwas mehr als noch in 2015. Im Detail legen derzeit 48 Prozent regelmäßig und 40 Prozent hin und wieder Geld zurück. 12 Prozent sparen nie. Vor drei Jahren sparten noch 53 Prozent regelmäßig, 32 Prozent ab und zu und 15 Prozent nie.

Die häufigsten Sparmotive

Sowohl bei den 14- bis 17-Jährigen als auch bei den jungen Erwachsenen spielt das Konsumsparen die größte Rolle unter den Sparmotiven. So gab fast die Hälfte der Jugendlichen (45 Prozent) und mehr als jeder dritte junge Erwachsene (34 Prozent) an, Geld für größere Anschaffungen zurückzulegen. Jeder fünfte Jugendliche (19 Prozent) und mehr als jeder vierte junge Erwachsene (27 Prozent) legt Geld für die Ausbildung wie Schule, Studium oder Lehrzeit zurück. Rund jeder Sechste nannte den Vermögensaufaufbau als Sparmotiv.

Zur Altersvorsorge spart jeder 20. Jugendliche (fünf Prozent) und jeder zehnte junge Erwachsene (zehn Prozent). Allerdings haben sich die Anteile jeweils in etwa verdoppelt, denn in 2015 sparten für das Alter nur zwei Prozent der Jugendlichen und zehn Prozent der 18- bis 24-Jährigen.

Auch wer jung ist, möchte, wenn er schon Geld zurücklegt, möglichst effizient sparen. Dazu sollte man seine finanzielle Situation gründlich analysieren. Ein Versicherungsexperte kann diesbezüglich mit entsprechenden Berechnungen, Übersichtshilfen und Hinweisen zu möglichen staatlichen Unterstützungen beispielsweise in Form von Geldzulagen und/oder Steuervergünstigungen für einen Vermögensaufbau weiterhelfen. Zudem bietet die Versicherungswirtschaft je nach Sparziel und persönlicher Vorsorgestrategie individuell passende Anlage- und Absicherungslösungen an.

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