Je nach Region ändert sich der Kfz-Versicherungsbeitrag

Eine aktuelle Statistik zeigt, welche Zulassungsbezirke bessere oder schlechtere Schadenbilanzen in der Kfz-Haftpflicht- und/oder Kasko-Versicherung im Vergleich zum Vorjahr haben. Dies wirkt sich auch auf die Kfz-Versicherungsprämien in den jeweiligen Regionen aus.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat vor Kurzem die neueste Regionalklassen-Statistik veröffentlicht. Sie zeigt die Schadenbilanz der einzelnen Regionen bezüglich Kfz-Haftpflicht-, Voll- und Teilkaskoschäden im Vergleich zum Bundesdurchschnitt. In fast 120 der insgesamt über 400 Regionen gab es eine bessere Schadensbilanz als im Vorjahr. Die Autofahrer können hier unter Umständen mit einer günstigeren Kfz-Prämie rechnen.

Jüngst hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) seine jährliche Regionalklassen-Statistik veröffentlicht. Ein unabhängiger Treuhänder überprüft dafür jedes Jahr die Schadenanzahl und -höhe der Kfz-Haftpflicht– und –Kaskoschäden in den 413 regionalen Zulassungsbezirken im Vergleich zum Bundesdurchschnitt. Ist die Schadenbilanz je Region besser oder schlechter als im Vorjahr, erfolgt eine Neueinstufung in die zwölf Regionalklassen der Kfz-Haftpflicht-, 16 Regionalklassen der Teilkasko- und neun Regionalklassen der Vollkaskoversicherung.

Diese Einstufung ist für Kfz-Versicherer unverbindlich und kann für die Berechnung der Versicherungsprämie ab sofort für Neuverträge oder ab der nächsten Hauptfälligkeit, in der Regel der 1. Januar des Folgejahres, für bestehende Kfz-Verträge berücksichtigt werden. Laut GDV „lässt sich über eine Veränderung bei der Regionalklasse keine Aussage über die Entwicklung des gesamten Kfz-Versicherungsbeitrages treffen“, da es noch diverse weitere Tarifmerkmale zur Berechnung des Kfz-Versicherungsprämie gibt. Diese können sich je nach Versicherer erheblich unterscheiden.

Aktuelle Regionalklassen online abfragen

Die Regionalklassen werden unter anderem beeinflusst vom Fahrverhalten der Autofahrer, von der Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge und den örtlichen Straßenverhältnissen.

In der Kaskoversicherung werden darüber hinaus örtliche Besonderheiten berücksichtigt wie etwa Diebstahlhäufigkeit, Sturm- und Hagelschäden oder Anzahl der Wildunfälle. Entscheidend ist dabei laut GDV nicht, wo ein Schaden entstanden ist, sondern in welchem Zulassungsbezirk der Fahrzeughalter seinen Wohnsitz hat.

Aufgrund der neuesten Statistik gibt es, wie auch in den Vorjahren, nach GDV-Angaben nur vergleichsweise wenige Umstufungen. Von den 413 erhalten 63 Zulassungsbezirke eine bessere und 55 Regionen eine schlechtere Regionalklassen-Einstufung. Die aktuellen Einstufungen der einzelnen Regionalklassen können im Webportal des GDV online abgerufen werden.

Für viele bleibt in Kfz-Haftpflicht alles beim Alten

In der Kfz-Haftpflichtversicherung bleibt die Regionalklassen-Einstufung, wie in den beiden Jahren zuvor, für rund drei Viertel und damit fast 30 Millionen der fast 41 Millionen Haftpflicht-versicherten Autos unverändert. Die Regionalklassen-Einstufungen von 295 der insgesamt 413 Zulassungsbezirken ändern sich nämlich nicht.

Von den verbleibenden etwa elf Millionen Haftpflicht-versicherten Wagen werden knapp die Hälfte und damit rund 5,4 Millionen Autos in eine bessere Regionalklasse eingestuft, gut die Hälfte, also etwa 5,5 Millionen Pkws, in eine schlechtere. Aktuell wird nur einer der 413 Zulassungsbezirke um mehr als eine Klasse umgestuft. Für den bayerischen Bezirk Berchtesgadener Land fällt nämlich die neue Einstufung mit der Kfz-Haftpflicht-Regionalklasse sieben um zwei Klassen besser aus.

Angeführt vom Kreis Uckermark in Brandenburg werden 50 Zulassungsbezirke in die niedrigste und damit prämienmäßig günstigste Regionalklasse eins eingestuft, darunter unverändert auch Schwerin, die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern. 13 Bezirke werden in die höchste und teuerste Regionalklasse zwölf eingestuft. Berlin und Offenbach weisen dabei die schlechtesten Schadenbilanzen mit mehr als 33 Prozent über dem Bundesdurchschnitt auf. In der Regionalklasse zwölf sind unter anderem auch die Landeshauptstädte Hamburg, München und Wiesbaden zu finden.

Nur wenige Umstufungen in der Kasko

In der Kaskoversicherung blieb erneut für etwa sechs von sieben Zulassungsbezirke alles beim Alten. Konkret bleibt von den fast 35 Millionen Kasko-versicherten Pkws für knapp 30 Millionen die Regionalklasse wie bisher. Etwa 2,5 Millionen Pkws, für die eine Kaskoversicherung besteht, erhalten eine bessere Einstufung, rund 2,3 Millionen eine schlechtere. Veränderungen um mehr als eine Regionalklasse gab es dabei, anders als bei der Kfz-Haftpflicht-Regionalklasse, weder in den Regionalklassen-Einstufungen der Voll- noch in der Teilkaskoversicherung.

Die schlechteste Schadenbilanz in der Vollkasko hat laut den GDV-Daten Berlin, sie ist hier 42 Prozent höher als der bundesweite Schadendurchschnitt. Dieser Zulassungsbezirk ist damit in die höchste Vollkasko-Regionalklasse neun eingestuft. Ebenfalls in der Vollkasko-Regionalklasse neun eingestuft bleiben wie bisher die drei bayerischen Bezirke Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Ostallgäu. Unverändert angeführt vom Bezirk Wesermarsch (Niedersachsen) liegen insgesamt 39 Bezirke in der niedrigsten Regionalklasse eins.

Die höchste Regionalklasse 15 in der Teilkaskoversicherung hat nach einer Einstufung nach der aktuellen Statistik der bayerische Bezirk Ostallgäu – bisher hatte der Bezirk Regionalklasse 14. In der nächsthöheren Regionalklasse 13 bleiben wie bisher die bayerischen Zulassungsbezirke Garmisch-Partenkirchen und Rottal/Inn. Die vier bayerischen Zulassungsbezirke Bamberg (Stadt), Coburg (Stadt), Erlangen und Würzburg (Stadt) sowie Münster in Nordrhein-Westfalen sind in die niedrigste Teilkasko-Regionalklasse eins eingestuft.

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