In welchen Bundesländern die Lebenserwartung höher ist

Eine aktuelle Studie zur Lebenserwartung auf Bundesländerebene zeigt, dass es hierzulande zwischen dem Bundesland mit der niedrigsten und dem mit der höchsten durchschnittlichen Lebenserwartung einen Unterschied von fast drei Jahren gibt.

Eine vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) geförderte Studie des Max-Planck-Instituts belegt, dass sich die Lebensverhältnisse in Deutschland seit der Wende deutlich angenähert haben. Allerdings liegt die Lebenserwartung in den wirtschaftlich starken Bundesländern am höchsten.

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands haben sich die Lebenserwartungen der Menschen in den 16 Bundesländern über einen Zeitraum von 35 Jahren deutlich angenähert. Dabei konnten die neuen Bundesländer kräftig aufholen. Dies zeigt eine vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) im Rahmen der Initiative „Du Lebst 7 Jahre länger als Du denkst“ geförderte Langzeitstudie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR).

Im Jahr 1990 lag die Differenz zwischen dem Bundesland mit der höchsten und dem mit der niedrigsten Lebenserwartung ab Geburt bei 5,3 Jahren. Die höchste Lebenserwartung hatten damals Baden-Württemberger mit 76,8 Jahren, die niedrigste Einwohner aus Mecklenburg-Vorpommern mit 71,5 Jahren. In 2015 wurden im Durchschnitt ebenfalls die Menschen in Baden-Württemberg mit 81,8 Jahren am ältesten, die geringste Lebenserwartung gab es dagegen in Sachsen-Anhalt mit 79,2 Lebensjahren. Die Differenz betrug dementsprechend nur noch 2,6 Jahre.

Lebenserwartung in wirtschaftsstarken Ländern höher

Ebenfalls eine relativ hohe Lebenserwartung gab es in 2015 neben Baden-Württemberg in Bayern mit 81,3, Hessen mit 81,0, Hamburg mit 80,9, Rheinland-Pfalz mit 80,8, Sachsen und Schleswig-Holstein mit je 80,6, Berlin und Niedersachsen mit 80,5 durchschnittlichen Lebensjahren ab Geburt. Danach folgten Nordrhein-Westfalen mit 80,4, Brandenburg mit 80,3 und Thüringen mit 80,0 Jahren Lebenserwartung. Unter 80,0 Jahren lag die Lebenserwartung in Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Saarland mit je 79,8 sowie in Sachsen-Anhalt mit, wie bereits genannt, 79,2 Jahren.

Die Lebenserwartung in den wirtschaftsstarken Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern und Hessen lag im Vergleich zu allen anderen seit Durchführung der Studie ab 1982 kontinuierlich mit an der Spitze. Dagegen sind, wie der Studie zu entnehmen ist, einige Regionen in den alten Bundesländern in der Rangfolge nach der Höhe der Lebenserwartung hinter anderen zurückgefallen.

So belegte Schleswig-Holstein 1982 noch den dritten Platz aller 16 Bundesländer, sortiert nach der höchsten Lebenserwartung, in 2015 dagegen nur noch den siebten Rang. Niedersachsen hatte 1982 den fünften und Schleswig-Holstein den sechsten Rang, 2015 lag Niedersachsen nur noch auf Platz neun und Bremen sogar auf Platz 15.

Zunahme der Lebenserwartung in allen Bundesländern

Innerhalb des Beobachtungszeitraums von 1982 und 2015 konnten die Berliner mit einem Zugewinn von 8,6 Jahren den größten Sprung bei der Lebenserwartung machen. Dicht dahinter rangiert Brandenburg mit 8,5 Jahren und Mecklenburg-Vorpommern mit 8,2 Jahren.

In Thüringen ist die Lebenserwartung im gleichen Zeitraum um 7,7, in Hamburg und Sachsen um 7,5, in Sachsen-Anhalt um 7,2, in Bayern um 7,1 und in Rheinland-Pfalz um 7,0 Jahre gestiegen.

Mehr als sechs Lebensjahre bei der durchschnittlichen Lebenserwartung von 1982 bis 2015 dazugewonnen haben die Bundesländer Saarland mit 6,9, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mit 6,8, Hessen mit 6,6, Niedersachsen mit 6,4 und Schleswig-Holstein mit 6,2 Jahren. Beim Schlusslicht Bremen nahm die Lebenserwartung in den 33 Jahren bei Geburt „nur“ um 5,9 Jahre zu.

Wiedervereinigung schiebt Lebenserwartung in Ostdeutschland an

Besonders auffällig ist die Entwicklung der Lebenserwartung in den neuen Bundesländern zwischen 1990 und dem Jahr 2015. Den höchsten Zuwachs bei der durchschnittlichen Lebenserwartung erreichten in diesem Zeitraum alle ostdeutschen Bundesländer.

In Mecklenburg-Vorpommern kam es zum höchsten Anstieg, nämlich um 8,3 Jahre. Dahinter folgen Brandenburg mit 7,7, Sachsen mit 7,0, Thüringen mit 6,9 und Sachsen-Anhalt mit 6,8 Jahren an zugewonnener Lebenserwartung.

Der Anstieg der Lebenserwartung in den letzten 25 Jahren bis 2015 betrug dagegen in Berlin 6,2, in Hamburg und Bayern 5,1, in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz 5,0, im Saarland 4,8, in Hessen 4,7, in Nordrhein-Westfalen 4,6 und in Schleswig-Holstein und Niedersachsen 4,5 Jahre. Schlusslicht war auch hier Bremen mit einem Zugewinn an Lebenserwartung von 4,4 Jahren.

Eine gute Absicherung für ein längeres Leben

Die seit 1990 stark gestiegene Lebenserwartung in den neuen Bundesländern führte der MPIDR-Wissenschaftler Dr. Sebastian Klüsener vor allem auf die Verbesserung der medizinischen Versorgung zurück. Auch Umweltfaktoren würden eine Rolle spielen. „Durch den Rückgang von Industrieabgasen hat sich in vielen Gebieten Ostdeutschlands die Luftqualität spürbar verbessert“, erklärte Klüsener.

Auch wenn eine längere Lebenserwartung erfreulich ist, sollte jeder auch an die Konsequenzen denken. Wer länger lebt, kann zwar mit einer längeren Rentendauer rechnen, braucht dann aber auch für längere Zeit ein entsprechendes Alterseinkommen, um den Ruhestand sorgenfrei genießen zu können.

Mit steigendem Alter nimmt zudem statistisch gesehen das Risiko zu, ein Pflegefall zu werden. Daher sollte man frühzeitig finanziell für das Alter sowie für den Fall einer eintretenden Pflegebedürftigkeit entsprechend vorsorgen. Die Versicherungswirtschaft bietet hier diverse Lösungen an.

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